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Presse

Unter vollen Segeln stehend auf den Ozean.

„Anything Goes!“ – beim Kolping-Musiktheater ist alles möglich

Schwäbisch Gmünd (bt/pm) – 80-jährige Großmütter tanzen mit Gigolos? Eine Nachtclubsängerin setzt all ihr Talent plötzlich als Predigerin ein? Ein blinder Passagier ist die wichtigste Person auf einem Luxusdampfer? Klar doch, „Anything goes“, alles ist möglich. Und so steuert das Kolping-Musiktheater mit vollen Segeln auf einen rauschenden Erfolg zu.

Zu hören sind einige der schönsten Titel der Musical-Geschichte, unter ihnen eine – natürlich deutsch gesungene – Liste der angesagtesten Dinge des Jahres 1934. Zellophan wird genannt _ ganz neues Material damals -, Greta Garbos Gage, Mahatma Ghandi und skurriles Zeug wie Brokkoli. Als Reno Sweeny, Predigerin und Nachtclubsängerin, auf dem Oberdeck steht und amüsiert beobachtet, wie sehr sich die Passagiere des Luxusliners darüber freuen, dass berühmte Verbrecher an Bord sind, singt sie ein Lied, das wie kein anderes für die wilden 20er Jahre steht: „In diesen liberalen Zeiten tanzen 80-jährige Großmütter mit Gigolos, verlassen Mütter ihre Familien, um Tennisprofi zu werden, und die feine Gesellschaft wird auf Nudistenpartys in Filmstudios gesehen.“ Reno selbst ist der berühmtesten Predigerin dieser Zeit nachempfunden. Die Figur, die Michael Schaumann spielt, Moonface Martin, hätte eigentlich Moonface Mooney heißen sollen. Doch der echte Verbrecher Mooney fand das gar nicht witzig und ließ das auch ausrichten – verbunden mit einer handfesten Drohung. Es gibt so viele Geschichtchen rund um dieses Musical „Anything goes“ – neben „Kiss me Kate“ das Beste, was dem legendären Cole Porter zu verdanken ist. Die Musik, wie gesagt, ist vom Feinsten; die etwas wirre Geschichte wurde in den 80er Jahren überarbeitet, geschliffen und poliert, bis sich auch Charakterisierungen und Dialoge sehen und hören lassen können. Und dafür, dass das alles angemessen präsentiert wird, trägt das Kolping-Musiktheater Sorge.

Stargäste

 Den Held der Geschichte, Billy Crocker, spielt Marc Schlapp. Er wurde in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) geboren. Während seiner Erzieherausbildung entdeckte er seine Leidenschaft für das Theater bzw. die Bühne. Nach anfänglichem Privatunterricht in Gesang und Ballett legte er an der „German Musical Academy“ in Osnabrück 2004 erfolgreich sein Examen zum „staatlich geprüften Musicaldarsteller“ ab. Mittlerweile kann Marc auf Engagements in den unterschiedlichen Sparten zurückblicken. So wurde er als Kadett Bobbie Flips in der Operette „Die Blumen von Hawaii“, für das Schauspielstück „Geist“ und bei der Jungen Oper Nordrhein-Westfalen & Niedersachsen für die Titelpartien in Mozarts „Bastien & Bastienne“ und „Abu Hassan“ von C.M.v.Weber engagiert – die er in über 200 Vorstellungen gesungen hat. Des Weiteren wurde er am Stadttheater Bremerhaven als Goody in „Fame“, sowie in den letzten beiden Spielzeiten (05/06) der Freilichtspiele Tecklenburg als Sir Sagramore in „Camelot“; Paul in „Hair“; Bernstein in „Der kleine Horrorladen“ und der weltweit ersten Aufsehen erregenden Open-Air-Produktion von „Les Misé?rables“ als Feuilly engagiert. Neben seinem Engagement in Gmünd steht Marc aktuell noch am Theater Heidelberg als Phantom in „The Rocky Horror Show“ und am Theater Altenburg/Gera in der dortigen Inszenierung von „Les Misé?rables“ auf der Bühne.

Elisabeths Todesengel

 Melanie Walter ist als Reno Sweeney – Evangelistin und Nachtclubsängerin – zu sehen. Sie wurde 1977 in Ulm geboren, war bereits mit fünf Jahren am kleinen Theater in Ulm im Kinderballett und im Chor. In Wien machte sie dann ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin in den „Performing Arts Studios Vienna“. Während dieser Ausbildung wirkte sie bereits im Ensemble von „Darf ich bitten“ und „Verliebt, Verrückte“ im Raimundtheater mit, ging als Solistin in „Body Electric“ auf Tournee und war in Wien zuletzt als Solistin des „Magic to do“-Ensembles im Raimundtheater zu sehen, bevor sie wieder nach Deutschland kam um in „Ludwig II – Sehnsucht nach dem Paradies“ mitzuwirken. Neben diversen Galas und Benefizveranstaltungen, in denen sie wiederum solistisch in Erscheinung trat, wirkte sie in „Les Misé?rables“ in der Oper Bonn mit und ging anschließend als Solotänzerin und einzige Frau in der Tributeshow „We are the Champions“ auf Tournee im ganzen deutschsprachigen Raum. Nachdem sie als Solistin des Showensembles des Clubschiffes AIDA durch den Atlantik und die Karibik fuhr, kam sie nach Deutschland zurück und wirkte zuletzt als Todesengel im Stuttgarter „Elisabeth“-Ensemble mit. Nun freut sie sich sehr, im anspruchsvollen und in Musical-Kreisen berühmten Musical „Anything Goes“ von Cole Porter als Reno auf der Bühne zu stehen.

Die schöne Debütantin

Anja Nussbächer ist Hope Harcourt, die schöne Debütantin. Sie wurde 1987 in Schwäbisch Gmünd geboren, begann bereits mit 6 Jahren mit Keyboard-, Gesangs- und Tanzunterricht. Später bekam sie Einzelgesangsunterricht von den Sopranistinnen D’Ann Ricciolini und Kathrin Bechstein unter der Obhut der Musical-Kids!. Anja wirkte bei den Musical-Kids! und bei zahlreichen Musicals mit, zuletzt spielte sie die Bella in „Die Schöne und das Biest“. Neben ihrer Rolle als Hope bei „Anything Goes“ schreibt Anja dieses Frühjahr ihr Abitur.  Barbara Weller ist in der Rolle der Evangeline Harcourt zu sehen, Hopes verwitwete Mutter. Sie ist im normalen Leben Grund- und Hauptschullehrerin. Sie singt seit 1985 im Kolpingchor und spielt häufig kleinere Rollen, wie die Mrs. Potter-Porter bei „Annie get your gun“, im Schwarzwaldmädel die „alte Hex“ oder in Anatevka die Heiratsvermittlerin „Jente“.  Ernst Kittel-Fans dürfen sich auf den Elisha Whithney freuen, Billys Boss. Die RZ hat den Gründer der Gmünder Bühne und Grandseigneur der Gmünder Schauspielkunst in diesen Tagen bereits vorgestellt. Er ist nicht nur ehrenamtlicher Leiter der Theaterwerkstatt, sondern auch seit über 30 Jahren Solist beim Kolping Musiktheater.  Thorsten Hammer gibt Lord Evelyn Oakleigh, ein reicher Engländer, Hopes Verlobter, der, so viel sei verraten, nicht der Mann ihrer Träume ist.

Thorsten Hammer ist 38 Jahre alt und als Schauspieler das erste Mal beim Kolping-Musiktheater zu erleben. Als Musiker belegte Thorsten 1995 den 2. Platz beim Nachwuchsfestival in Aalen. Zurzeit ist Thorsten in der „Steff Müller Band“ und der Band „Knock on Wood“, die eine bunte Mischung aus allen Musikrichtungen bietet, engagiert.  Michael Schaumann, Regisseur des Kolping-Musiktheaters, steht als Moonface Martin _ glückloser Gangster, Staatsfeind Nr. 2 – auf der Bühne. Miriam Lapini ist Gangsterbraut Erma. Sie tanzt seit 15 Jahren im Showteam von Vera Braun und gibt auch selbst Tanzunterricht. Gesangserfahrung sammelte sie in der Band „Crazy Leo“; seit 3 Jahren wirkt sie im Ensemble des Kolping-Musiktheaters mit.

Premiere der Kolping-Musiktheater-Produktion ist am 9. Februar um 20 Uhr. Weitere Aufführungen am 10., 11., 14., 17. und 18. Februar. Es gibt noch gute Karten – beim i-Punkt, Telefon 603-42 50.