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STORY

Das Ambiente für dieses Musical ist luxuriös: Wir begeben uns an Bord eines Luxusdampfers der „Mangold-Lines“ auf der Überfahrt von New York nach London. Das Publikum ist allerdings sehr gemischt: Man findet sowohl eine ehemalige Predigerin und jetzige Nachtclub-Sängerin, als auch einen Playboy, einen Makler von der Wallstreet, einen entflohenen Sträfling, eine Millionenerbin, einen englischen Adligen, einen Bischof und natürlich auch ganz „normale“ Passagiere. Die Basis für ein fulminantes Verwirrspiel an Bord ist gegeben:

Billy Crocker, der eigentlich nur die Atlantiküberfahrt seines Chefs organisieren sollte, geht als blinder Passagier an Bord des Schiffs, um seiner Angebeteten, der schönen Hope, nahe zu sein. Doch die soll einen alten englischen Lord heiraten! Und das Dasein als blinder Passagier ist auch nicht einfach. Nur gut, dass sich Billy auf seine ehemalige Freundin, die Sängerin Reno, verlassen kann. (Die hat übrigens mehr als nur ein Auge auf den Lord geworfen.) Ein kleiner Ganove verhilft Billy zu einem Ticket und einer Kajüte, doch diese Hilfe erweist sich als verhängnisvoll: Eingeschriebener Besitzer des Tickets ist ein gesuchter Krimineller! Billy und sein Helfer werden erwischt und in Arrest gesetzt, doch „ANYTHING-GOES“ wäre kein Stück der Unterhaltung, wenn die beiden nicht zum Happyend pünktlich freikämen. Geht nicht? Gibt’s nicht! Denn: ANYTHING-GOES– nichts ist unmöglich!

Durch die witzige Handlung ist exzellente Unterhaltung garantiert, in deren Mittelpunkt immer wieder die Musik Cole Porters steht. Cole Porter komponierte 1934 eine flotte und melodiöse Hitparade für die damals am Broadway angesagtesten Sänger. Die Hauptakzente des Musicals liegen auf der Musik, der Choreographie und den komödiantischen Szenen.

Cole Porter ist uns bekannt, als eine der wichtigsten Persönlichkeiten des amerikanischen Showgeschäfts und neben Irving Berlin ungekrönter Herrscher des Broadway. Er wurde am 9. Juni 1891 in Peru, im amerikanischen Bundesstaat Indiana, als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers und Enkel eines ebenso begüterten Kohlemagnaten geboren. Als Erbe eines Millionenvermögens musste er zunächst Jura studieren, ehe er seiner Liebe zur Musik nachgab und ein entsprechendes Studium in Harvard aufnahm. Vom „Hobby“ eines reichen Müßiggängers konnte dabei keine Rede sein. Porter erwies sich in jeder Beziehung als Profi.

Ehe er seine eigentliche Karriere begann, nahm er als Mitglied der französischen Fremdenlegion am 1. Weltkrieg teil. 1919 heiratete er die ebenfalls äußerst reiche Amerikanerin Linda Lee Thomas. Nach anfänglichen Misserfolgen eroberte er 1928 mit dem Musical „Paris“ den Broadway. Es folgten die Musical-Erfolge (1934), „Jubilee“ (mit dem Hit „Begin the beguine“, 1935), „Around the World in Eighty Days“ = “in achtzig Tagen um die Welt” (1946), Kiss Me, Kate! (1948), (1953) und(1955). Viele davon wurden in ihrer Verfilmung geradezu legendär, mit Maurice Chevalier, mit Bing Crosby. verhalf der jungen Hildegard Knef zu ihrem Durchbruch in Amerika.

Mehr als 500 Songs bezeugen über die Vielzahl der Musicals, Shows und Filme hinausgehend die künstlerische Vielseitigkeit und herausragende Produktivität Cole Porters. Nach einem Reitunfall und einer später erforderlichen Beinamputation zog sich der bis dahin immer im gesellschaftlichen Mittelpunkt stehende Komponist aus der Öffentlichkeit zurück. Cole Porter starb am 15. Oktober 1964.